Das Corona-Virus hat uns weiterhin fest im Griff. Kontaktsperren, Selbstisolation, Quarantäne – das gesellschaftliche Leben wurde auf den Kopf gestellt.

Einerseits hat dies viele positive Effekte, die die Eindämmung des Virus betreffen. Das schützt vor allem besonders bedrohte Menschen in unserer Gesellschaft.

Andererseits erzeugt die soziale Distanzierung auch negative Effekte, die uns als LSBTIQ+ sehr vertraut sind. Ausgrenzung, zurückgezogen sein müssen, sich verstecken und wenig bis keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern Depressionen und andere psychische Erkrankungen.

Der jährliche Christopher-Street-Day ist für viele LSBTIQ+ immer noch der einzige Ort und Rahmen, wo sie sich in der Öffentlichkeit so zeigen können, wie sie sind. Wo sie sich sicher und frei fühlen.
Auch deswegen schmerzt es uns, dass wir hiermit den CSD Nordwest 2020 in seiner gewohnten Form absagen müssen.

Dies betrifft das Bühnenprogramm auf dem Schloßplatz, die Pride-Plaza, die Dance-Area und die Night of The Pride. Die Nacht der kleinen Künste am Vorabend wird in diesem Jahr leider ebenfalls nicht stattfinden. Auch die Demonstration ist leider nicht durchführbar.

Einerseits sind nach jetzigem Stand größere Veranstaltungen verboten, zu der unser CSD zweifellos zählt. Andererseits sehen wir es derzeit auch als unverantwortlich an, eine Veranstaltung auszurichten, bei der Tausende von Menschen sich über Stunden persönlich auf engem Raum sehr nahe kommen.

Inwiefern wir unsere Anliegen und Forderungen in diesem Jahr sichtbar machen und in die Öffentlichkeit tragen, das wird nun Thema intensiver Diskussionen sein.