Mit Bestürzung haben wir die Ereignisse im Thüringer Landtag zur Kenntnis genommen. Sowohl die Annahme der Wahl durch Thomas Kemmerich trotz der Stimmen der AfD, als auch die Äußerungen verschiedener Landes- und Bundespolitiker in Reaktion darauf.  

Erstmals haben CDU, FDP und AfD in einem Landtag gemeinsam einen Ministerpräsidenten gewählt. Auch, wenn dies zufällig passiert ist, so bleibt es doch schockierend. Das es aus Teilen der CDU und FDP sogar Glückwünsche und Zuspruch gab, ist dabei erst recht erschütternd. 

Die AfD Thüringen, die vom Faschisten Björn Höcke angeführt wird, ist gerade für uns LSBTIQ* eine besondere Gefahr. In keinem anderen Bundesland steht diese Partei so eindeutig für Hetze und Ausgrenzung.  

Hier wurde 2015 unter anderem die Erhebung aller Homo-, Bisexuellen und Trans*personen im Land gefordert. Erinnerungen an die Nazizeit werden wach.  

Hier stellen Politiker*innen der AfD regelmäßig die Diskriminierung von LSBTIQ* in Frage und fordern die Überprüfung und Streichung von Aktionsplänen. Hetze gegen Menschen anderer Hautfarbe oder Herkunft sind an der Tagesordnung. 

Wenn es noch Zweifel gegeben hätte, dass unser Kampf weiterhin wichtig ist: jetzt wurden sie widerlegt! 

Die Reaktionen aus Teilen der CDU und der FDP zeigen sehr deutlich: unser aller Wachsamkeit ist gefragt. Wer sich jetzt nicht aktiv und deutlich gegen Hetze und Ausgrenzung stellt, wer nicht die Stimme erhebt und sich einbringt, der könnte schon bald in einem Land aufwachen, in dem jedwede Minderheit um Gleichberechtigung und körperliche Unversehrtheit fürchten muss. In dem sich auch manche*r unerwartet als Minderheit wiederfinden kann. 

Wir werden auch in diesem Jahr unseren Kampf für Vielfalt und Toleranz engagiert weiterführen.  

Im Angesicht der Geschehnisse in Thüringen rufen wir jede*n dazu auf, sich uns anzuschließen und Flagge zu zeigen. Thüringen ist nah. Es geht uns alle an. Es geht um uns, unsere Zukunft und darum, wie wir leben wollen. Wir sind alle Meister*werke!