Das Motto des CSD Nordwest 2020: 

Mit dem Motto setzen wir unser Bestreben fort, ein gesellschaftliches Umdenken hinsichtlich LSBSTIQ* zu erreichen. 

Mit dem Aspekt „Wir sind alle Meister*werke!“ zielen wir darauf ab, ein positives Selbstbild von LGBTIQ* in den Mittelpunkt gesellschaftlichen Denkens zu stellen und deren vielfältige und queere Ästhetik als selbstverständlichen Teil des kulturellen Lebens sichtbar zu machen. 

LBGTIQ* sind in der Mitte der Gesellschaft noch immer nicht in den Medien sichtbar. Heteronormative Bilder umgeben uns überall und jeden Tag und nehmen (gerade jungen) LGBTIQ* die Möglichkeit, ihre eigenen Ausdrucksformen und ihre eigene (queere) Ästhetik repräsentiert zu sehen. Dies führt nicht selten dazu, dass viele Menschen ihre geschlechtliche und sexuelle Identität negativ internalisieren (Stichwort „Homo*negativität“). Bis heute wachsen viele Jugendliche LSTBIQ* in homophoben Umwelten auf. Minoritätsstress ist weiterhin stark verbreitet.  

Wir wenden uns mit dem Motto „Wir sind alle Meister*werke!“ eindeutig gegen sämtliche Versuche, der Umerziehung, Umdeutung und Abwertung von LSBTIQ*. Explizit zu nennen sind hier die Forderungen nach dem Verbot von Konversionstherapien und die notwendige Reform des Transsexuellengesetzes. Beides noch deutliche Zeichen von internalisierter Ablehnung, die aus einer ablehnenden gesellschaftlichen Orientierung stammt. In diesem Kontext bleibt auch unsere Forderung nach einer Ergänzung des Artikel 3 GG um das Merkmal der sexuellen und geschlechtlichen Identität bestehen.  

Darüber hinaus versuchen wir mit unserem Motto, die Sichtbarkeit von LGBTIQ* im Bereich des kulturellen Schaffens herzustellen. Wir werden Akzeptanz in der Mitte der Gesellschaft nur erreichen, wenn LGBTIQ* und deren Vielfältigkeit auch im täglichen Leben medial sichtbar werden. 

Mit „Wir sind alle Meisterwerke!“ wollen wir statt der allgegenwärtigen heteronormativen Schönheitsideale diverse LBGTIQ* Ästhetiken in den Fokus rücken und daran erinnern, dass wir alle eben genau das sind – Meisterwerke.  Damit greifen wir natürlich auch eine Bandbreite von Diskriminierungen auf, die aufgrund der reinen äußerlichen Merkmale manifestiert ist. Von der „männlichen“ Lesbe, über die „Tunte“, Transpersonen bis hin zu vielfältig queeren Menschen und LSBTIQ* mit Behinderung. 

Akzeptanz von LSBTIQ* besteht nicht alleine aus rechtlicher Angleichung. Vielmehr ist ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich, Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind und wie sie aussehen.